Leben in Portugal

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Was bedeutet eigentlich "T1, T2..."?

Für alle, die zum ersten mal in Portugal auf Wohnungs- oder Haussuche sind, ist es auf den ersten Blick schwer zu durchschauen.

In Portugal findet man in Wohnungs- und Hausanzeigen stets den Hinweis "T - mit einer Ziffer". (Das "T" steht für tipo). Das weist auf die Anzahl der Zimmer hin - wohlgemerkt der Schlafzimmer. Das Wohnzimmer - sala- wird nicht extra erwähnt.

Es bedeutet also

  • T0 - Einzimmerapartment mit Küche/Kitchenette und Bad
  • T1 - Wohnung mit Wohnzimmer, 1 Schlafraum, Küche, Bad
  • T2 - Wohnung mit Wohnzimmer, 2 Schlafräumen, Küche, Bad
  • T3 - entsprechend dann 3 Schlafräume.

Manchmal sieht man in den Anzeigen auch noch "plus 1" - der Hinweis auf ein weiteres kleines Zimmer, das oft kein Fenster hat, also eher ein Abstellraum ist.

Viele Wohnungen von privat gehen "unter der Hand" weg, das heißt: Sie kommen gar nicht erst auf den Wohnungsmarkt. Gerade wer zum ersten Mal in Portugal eine Wohnung mieten möchte, ist daher auf Makler anwiesen. Scheuen Sie sich nicht, einen Maker zu beauftragen: In Portugal wird seine Courtage nicht vom Mieter, sondern vom Vermieter bezahlt. 

Worüber man nicht spricht, was aber jeder weiß (bzw. wissen sollte) 

Es gibt durchaus Vermieter, bei denen alles so abläuft, wie Sie es von daheim kennen. Trotzdem kann man in Portugal über alles reden – sogar über die Miethöhe. Klar, dass man auch einen portugiesischen Vertrag genau lesen muss – einschließlich des Kleingedruckten.
Wenn alles legal zugeht, gibt es ein geprägtes Siegel und es ist sowohl die Steuernummer des Hausherrn und auch Ihre eigene NIF eingetragen. 

Bei „offiziellen“ Mietverträgen ist das stets der Fall. Aber da gibt es eben auch noch die anderen… 

  • Der Mietvertrag ist eine Sache zwischen zwei Parteien – dem Mieter und dem Vermieter. Mehr Leute geht das auch nichts an, denkt sich so mancher Portugiese. Vor allem die finanças (also das Finanzamt) nicht. Mit anderen Worten: So mancher Vermieter möchte deshalb keine offiziellen recibos (Quittungen) ausstellen, weil er Mietzahlungen dann in seiner Steuererklärung angeben müsste… Manchen den Mietzins sogar nicht mal überwiesen bekommen, sondern bar auf die Hand. Lassen Sie sich das dennoch quittieren! 
  • Gibt es keine Empfangsbestätigung des Hausherrn, kann man erst recht – mit ein wenig Geschick – noch ein bisschen mehr handeln. Durchaus wie auf einem arabischen Bazar. Der Nachteil für Sie als Mieter: Sie selbst können die Miete ebenfalls nicht steuerlich geltend machen. Als Mieter haben Sie unter Umständen dann also nur den jeweiligen Einzahlungsbeleg der Bank als Nachweis dafür, dass die Miete pünktlich und jeden Monat bezahlt wurde. Falls also der unwahrscheinliche Fall eintritt und jemand von den finanças bei Ihnen nachfragen sollte…
  • Oft hört man bei Vertragsabschluss die für uns ungewohnte Aussage, man könne „die erste und letzte Miete abwohnen“. Das ist harmlos und gar nicht geheimnisvoll: Üblicherweise ist es so, dass die Mietkaution „verrechnet“ wird. Bei einer Zahlung von z.B. zwei Monatsmieten gilt eine davon als sinal, als Zeichen dafür also, dass man wirklich einziehen will – und für dieses „Signal“ wohnt man im ersten Monat sozusagen mietfrei. Am Ende des Mietvertrags gilt dasselbe: Man hat die letzte Miete eben mit der Kaution ebenfalls schon gezahlt und kann daher den Monat vor dem Auszug „umsonst“ wohnen.

    Achtung: Mittlerweile sind in Portugal durchaus bis zu drei Monatsmieten an Kaution fällig. Und diese dann eben auch, wie man es üblicherweise in Deutschland, der Schweiz und Österreich kennt: nämlich als Rückversicherung des Hausherrn für eventuelle Schäden oder nicht eingegangene Mietzahlungen.

  • Ungewohnt ist, dass Mietzahlungen üblicherweise erst bis zum 8. des Monats auf dem Konto des Vermieters eingegangen sein müssen. Dieses Zahlungsziel liegt übrigens darin begründet, dass bis vor gar nicht so langer Zeit Löhne und Gehälter per Scheck am Monatsende bzw. sogar erst am Monatsanfang bezahlt wurden. Bis das Geld dann auf dem Konto gut geschrieben war, dauerte es ein paar Tage – und genau deshalb muss noch heute in Portugal die Miete nicht am ersten Werktag des Monats bezahlt werden. Wundern Sie sich also nicht, wenn sich einen Tag vor dem 8. des Montas an den Bankschaltern und Multibanco-Automaten jeweils lange Schlangen bilden. 
  • Man kennt in Portugal nur in sehr seltenen Fällen eine "Warmmiete" wie in Deutschland oder Österreich. Üblicherweise rechnet man die Nebenkosten - Strom, Wasser, Gas und Heizung - nicht in die Miete ein. Es gibt kaum Zentralheizungen, und die Heizkosten (ob Strom, Gas oder Holz - beispielsweise bei einem Kamin- oder Grundofen) kommen zur vereinbarten Miete hinzu. Man kennt dafür keine Heizkostenvorauszahlung; es obliegt dem Mieter, da entsprechend vorauszuplanen. Gerade mit Strom betriebene Heizkörper oder (oft an der Algarve noch üblich: Klimaanlagen, die auch "heizen") schlagen mit erheblichen Kosten zu Buche und sorgen oft für böse Überraschungen bei der nachfolgenden Rechnung. Verbrauchskosten wie Strom, Wasser und Gas (und selbstverständlich auch Telefon/Internet) trägt normalerweise stets der Mieter.
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