ultramar - wörtlich „jenseits des Meers“ - das ist in Portugal die Kurzbezeichnung für die außereuropäischen Kolonien in Übersee. Portugal war - das weiß heute kaum mehr jemand in Europa - das erste wirkliche "Weltreich", außerdem die am längsten bestehende Kolonialmacht. Begonnen hatte das bereits 1415 mit der Eroberung von Ceuta (heute Spanien). Im beginnenden 16. Jahrhundert wurde das kleine Königreich zur globalen Handels- und Seemacht und hatte Kolonien auf dem ganzen Erdball. Portugal war damals die reichste Nation der bekannten Welt. Geendet hat dieses Kolonialreich im Grunde erst 1999, als die letzte portugiesische Überseeprovinz Macau an die Volksrepublik China zurückgegeben wurde. 

Portugiesische Kolonien gab es in Afrika und Südamerika, in China und Indien - und neben der Sprache, die die Portugiesen in diesen Ländern hinterließen, brachten sie auch etwas mit: Gewürze und Spezereien - und so manches Rezept, das seinen Eingang in die portugiesische Küche gefunden hat: etwa chamuças (das sind pikante Teigtaschen mit Huhn oder Hackfleisch und Gemüse gefüllt und mit scharfem Curry gewürzt), die wohl der indischen Küche entstammen oder so manches Rezepte, dessen Ursprung oder Zutaten aus Brasilien oder Afrika stammen.  

Moamba de Galinha (Hähnchen in Erdnusscreme)


Foto von Ilídio Lacerda


Moamba da Galinha ist eines der beiden Nationalgerichte Angloas. Die Portugiesen, die hier seit 1483 erste Handelsposten errichteten, brachten Gewürze und auch Lebensmittel aus ihren anderen Kolonien ins Land. So ist die angolanische Küche heute eine Mischung aus traditionellen Elementen mit portugiesischer und vor allem brasilianischer Küche. Fürs Original-Moamba verwendet man Okraschoten. Man kann aber, falls man diese nicht bekommt, auch andere Gemüse verwenden. 

Zutaten
1 Huhn - ca. 1200 g, enthäutet und in Achtel geschnitten
3 EL Palmöl
1 gehackte Zwiebel
3 gepresste Knoblauchzehen
1 große Tomate
1 EL Piri-Piri

Caril de galinha (Scharfes Hähnchencurry)

Foto von Ilídio Lacerda 

In der portugiesischen Küche kommen eine Anzahl von Currygerichten vor, die die Portugiesen aus ihren ehemaligen indischen Kolonien Goa, Damão und Diu nach Portugal gebracht haben. Öfters nimmt man Lulas (Tintenfisch), Garnelen (vorher geschällt) oder nur Gemüse. Neuerdings wird es auch mit vorgekochte Schnecken vorbereitet!

 Chacuti de frango à moda de Goa (Xacuti-Hähnchen nach Goa Art)

Foto von Ilídio Lacerda

Zutaten
1 Hähnchen
6 EL Olivenöl
2 gehackte Knoblauchzehen
1 mittlere Zwiebel, gewürfelt
2 TL Kurkuma (Gelbwurz)
½ EL Ingwer, frisch gerieben
2 EL Kokosraspeln

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