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Der gefährlichste Mafioso Bostons war Portugiese

J. Edgar Hoover, Direktor des FBI, erklärte ihn 1965 zu dem gefährlichsten Mann, mit dem das FBI jemals zu tun hatte. Joseph Barboza galt als kaltblütigster und skrupellosester Krimineller der ganzen Ostküste. Der gefährlichste Mafioso, der jemals in Boston gelebt hat, war jedoch kein Italiener, sondern Portugiese.

Darüber hinaus auch, der einzige ohne italienische Wurzeln unter den Mafiafamilien. Deshalb nannte man ihn neben "The Animal" („Das Tier“) oder "The Wild Thing" („Der Wilde“) auch "The Portuguese" ("Der Portugiese").

Ihm werden rund 30 Morde zur Last gelegt, die Dunkelziffer könnte durchaus höher liegen. Damit hält er einen unrühmlichen Rekord unter den anderen Mafiamitglieder Bostons.

20th Century Fox gab nun bekannt, dass man die Rechte am Buch “Animal: The Bloody Rise and Fall of the Mob's Most Feared Assassin” des Journalisten Casey Sherman gekauft hat. Das Buch wurde 2013 veröffentlicht und zum Bestseller.

Joseph Barboza - Bostons gefährlichster Mafioso

Bild: http://wbsm.com

 

Doch wer war Joseph Barboza?

Er kam am 20.September 1932 in New Bedford/Massachusetts als zweites von insgesamt fünf Kindern auf die Welt. Seine Eltern stammten aus Lissabon/Portugal, sie waren in den frühen 1920er Jahren nach Amerika ausgewandert. Der Vater war Boxer, die Mutter Näherin in einer Textilfabrik.

Zur Zeit der Geburt Joseph Barbozas durchlebte die USA eine ihrer schwersten Wirtschaftskrisen, die sich nach dem „Black Friday“ weltweit ausbreitete.
Nur wenige Jahrzehnte zuvor hatte Herman Melville New Bedford als Gemeinde an der paradiesischen Ostküste beschrieben, doch in den 1930er Jahren sah sich die Stadt mit der sinkenden Walfangindustrie konfrontiert, was viele dort ansässige Portugiesen mit in den Abgrund riss. Auch Barbozas Familie war davon betroffen: Unter gravierenden finanziellen Problemen wurde es für die Eltern immer schwieriger, die Familie durchzubringen und am Ende selbst nur den Hunger ihrer Kinder zu stillen. In seiner frühen Jugend sah sich Barboza mit der Festnahme seiner Eltern konfrontiert. Seine Mutter wegen Diebstahl von Nahrungsmitteln und sein Vater wegen verschiedenen Aggressionsdelikte. So kam es, dass der Jugendliche sich selbst überlassen war und sich immer öfter in den Straßen rumtrieb.

Das erste Mal geriet er mit 14 wegen Vandalismus ins Visier der Polizei. Mit 17 gründete er eine Gang in seinem Viertel, die Cream Pie Bandits, die im Dezember 1949 eine Welle des Terrors über Boston auslöste.
1950, Joseph Barboza ist mittlerweile 18, wurde er zum ersten Mal festgenommen und saß 5 Jahre lang ein. Wobei er bereits 3 Jahre später für den spektakulärsten Ausbruch der 75-jährigen Geschichte des Gefängnisses sorgte. Joe, wie Joseph genannt wurde, und 6 Mitgefangene hatten sich Whiskey und Amphetamintabletten besorgt, 4 Wärter überwältigt und waren im Anschluss mit zwei separaten Autos geflüchtet.
Während ihrem „Hafturlaub“ schlugen sie wahllos auf Passanten ein, die zufällig ihren Weg kreuzten. Sie durchquerten Bars am Scollay Square in Boston und wanderten später durch die Stadtviertel von Lynn und Revere wo sie in einer U-Bahnstation erneut festgenommen wurden, keine 24 Stunden nach ihrem Ausbruch.

Im selben Jahr schlug Barboza einen weiteren Wärter grundlos, während er auf das anstehende Gerichtsverfahren wartete, aufgrund seines „Hafturlaubs“. Drei Monate später, im Februar 1954, warf er einem weiteren Wärter einen Tisch an die Brust, als dieser Barbozas Zelle betrat.

1958 wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Er hatte bereits zu boxen angefangen und dealte mit allem was er in die Finger bekam. Darüber hinaus verprügelte er jeden, der sich ihm in den Weg stellte.
Joseph Barboza war häufig in einer Bar in East Bosten zu finden, wobei das Viertel schnell als die „Barbozas Ecke“ unter den Kriminellen bekannt wurde. Erneut hatte er eine Gang zusammengestellt, die hauptsächlich aus Dieben und Einbrechern bestand. Die insgesamt 10 köpfige Gruppe, wurde später teilweise von rivalisierenden Gangs ermordert und die, die überlebten tötete Barboza. Damit wollte er sich seinen Platz innerhalb der Mafia sichern.
8 Jahre lang stieg Barboza in ihren Reihen auf, wobei er nie offiziell aufgenommen wurde aufgrund seiner portugiesischen Herkunft, und galt 1966 als einer der gefürchtetsten Männer in Boston. Sein Ruf eilte ihm stets voraus. Er galt als skrupellos und agierte sowohl als Auftragskiller sowie als Geldeintreiber.

Es ist unklar wann genau wann Barboza seinen Beinamen „The Animal“ erhielt. Jedoch war er sehr kreativ, was die Umsetzung seiner Taten anging. Eines Tages ohrfeigte er den Barman seiner Kneipe. Als der Mafiaboss das mitbekam, teilte er Barboza mit, dass er seine Finger von ihm lassen solle. Daraufhin biss Barboza dem Barmann in den Unterarm und wedelte dabei mit den Händen. Im Anschluss soll er grinsend gesagt haben, dass er ihn nicht mit den Händen angefasst habe.

Sein steigender Einfluss und die Tatsache, dass die Polizei ihm ständig an den Fersen klebte, ließ die Patriarca Familie erzittern und sie ergriffen Maßnahmen.
1966, nachdem er wegen Waffenbesitzes festgenommen wurde, wusste er, dass seine Zeit in der Mafia vorbei war und trat dem Zeugenschutzprogramm bei für seine Aussage gegen die Bostoner Mafia. Im Folgejahr sagte er gegen Raymond Patriarca, den Mafiaboss, und seine Gefolgschaft aus.

Nach nur einem Jahr Haft wurde er nach Santa Rosa, Kalifornien umgesiedelt, wo er eine Karriere als Koch begann. Doch die Küche sagte ihm nicht zu.
1971 stellte er sich selbst und gab zu 5 Menschen getötet zu haben und handelte eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren aus. Im Gefängnis widmete er sich der Poesie und der Malerei zu bis er 1975 auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt wurde.

1975 teilte Joseph Barboza in seiner Biografie mit, dass er 7 Männer getötet habe. Möglicherweise bezieht er sich auf die Morde seiner ehemaligen Gangmitglieder. Doch gerühmt hat er sich mit knapp 30 Morden. Alles Auftragsmorde im Namen der italienischen Mafia.

Als er am 11.Februar 1976 sein Apartment in San Francisco verließ wurde er mit 4 Schüssen getötet. Er war zwar bewaffnet, doch keine Gelegenheit seine Waffe zu ziehen. Der Schütze wurde nie gefasst, doch Ilario Zannino, der den Fall damals untersuchte, hegt keinerlei Zweifel, dass die Bostoner Mafia hinter dem Anschlag steckte.

 

 

Weitere Infos:

  • https://www.youtube.com/watch?v=17VrJ6ZhCs8
  • https://www.youtube.com/watch?v=1aRPPqX9vVk
  • https://www.dn.pt/cultura/interior/o-mafioso-mais-perigoso-de-boston-era-portugues-e-vai-dar-um-filme-10285692.html?fbclid=IwAR0B8x2rRsO6wYVuS4j_SRgZgeceapBjPj8KHevjGZz4t_Z41bCRYaFpQVA
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Barboza

Kann denn Fado fade sein

Das "Portugalbuch", das lange vergriffen war, ist nun wieder neu aufgelegt: erweitert, ergänzt. aktualisiert. 

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