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Kurz nach dem Jahreswechsel 2020/21 rutschte Portugal nach langen Monaten erfolgreicher Pandemie-Strategie dramatisch ab: Die Krankheitsfälle nahmen zu, Kliniken und vor allem Intensivstationen waren überfüllt, sogar die Bundeswehr entsandte eine Gruppe von Ärzten und Pflegern nach Lissabon.

Grund genug, dachte sich die Leiterin des Kinderchors "Wollmäuse" in Tecklenburg, mit Musik Trost zu spenden. Stephanie Müller-Bromley ist nämlich nicht nur Chorleiterin, sondern auch Anwältin mit einem Büro in Portugal - selbst wenn sie in der momentanen Situation nicht mehr allzu oft dorthin reist. Auch durch viele in Deutschland lebende Portugiesen wusste sie um die katastrophale Situation - und beschloss deshalb gemeinsam mit den Kindern, ein spezielles Lied einzustudieren und zu veröffentlichen: "Portugal, meu amigo". Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn die Produktion konnte nicht wie sonst einfach im Studio gemacht werden. Die Kinder sangen vielen jeweils zuhause. Alle waren mit Feuereifer dabei und das Lied wurde bei YouTube hochgeladen. Den Link dazu sandte Stephanie Müller-Bromley an mehrere Botschaften in Lissabon. 

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Es dauerte nur wenige Tage, bis alle großen portugiesische Zeitungen und TV-Sender die Geschichte erzählten und "Portugal, meu amigo" in fast jeder Radiostation des Landes zu hören war - die Portugiesen waren gerührt und begeistert über die Anteilnahme aus Deutschland. 

Covid-19. Coro de crianças na Alemanha compõe música de apoio a Portugal

A canção "Portugal, meu amigo!" é cantada em alemão e em português.

Mittlerweile geht es Portugal wieder besser - die Zahlen der an Covid-19-Erkrankten sind stark gesunken, das Land beginnt, die strikten Lockdown-Beschränkungen langsam zu lockern. Das musikalische Geschenk aus Deutschland hat die alte Freundschaft zwischen den beiden Ländern auch in den schlimmen Zeiten der Pandemie noch enger werden lassen.

 

In jedem Land gibt es Vornamen, die erlaubt sind und welche die es nicht sind. Normalerweise haben die Eltern die Freiheit sich aus unzähligen bekannten Namen ein bis zwei auszusuchen, oder per Gutachten seinen Wunschnamen auf Eintragungsfähigkeit prüfen zu lassen. Im Regelfall werden lediglich die Namen, die von offizieller Seite nicht anerkannt werden aufgelistet. In Portugal ist es genau andersherum - denn für Portugiesen gilt, und nur für diese, nur wenn der Name in der Liste steht, ist er genehmigt und verwendbar. Daher ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass man auf so viele Marias und Josés trifft, oder zum wiederholten Male verschiedene Mütter einen João rufen hört.

Der Grund dafür ist sehr banal: Die Liste mit den erlaubten Namen war bis vor wenigen Jahren auf rein portugiesisch katholische Namen beschränkt und kaum jemand konnte daran rütteln.

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Kann denn Fado fade sein

Das "Portugalbuch", das lange vergriffen war, ist nun wieder neu aufgelegt: erweitert, ergänzt, aktualisiert.